Miteinander reden, nicht übereinander

Veröffentlicht am 08.10.2010 in Integration

Landrat Niermann besucht Türkisch-islamische Gemeinde an der Neißer Straße

Espelkamp (nw/hak).

Als erstes ging es um Fußball, als Landrat Dr. Ralf Niermann die Moschee der Türkisch-islamischen Gemeinde in Espelkamp besuchte. Beim Europameisterschafts-Qualifikationsspiel Deutschland – Türkei ist es für die Gemeindemitglieder nicht ganz leicht sich für eine Mannschaft zu entscheiden.

Dies war bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ganz anders. Da war nur Deutschland vertreten und alle haben selbstverständlich gemeinsam die Mannschaft angefeuert, die ja inzwischen selbst ein Beispiel für gelungene Integration ist.

Die Gemeindemitglieder stimmten Dr. Niermann einhellig zu: „Wurde aber auch mal Zeit, dass der Özil in die Nationalmannschaft kommt.“

Viele der insgesamt rund 300 Mitglieder kamen in die Moschee an der Neißer Straße, um mit Dr. Niermann, Amtsleiter Helmut Poggemöller und der Integrationsbeauftragten Sabine Schulz über ihre Situation zu sprechen. „Wir wollen miteinander reden und nicht übereinander“, sagte Niermann.
Eingeladen hatten der erste Vorsitzende des Moscheevereins Hasan Aksu und der Imam Hassan Gür.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Situation der Kinder und die Frage, wie ihre Chancen verbessert werden können. Der wichtigste Schlüssel sei die Sprache.

„Am besten sollen unsere Kinder Deutsch besser lernen als die Deutschen“, sagte ein Familienvater aus der Gemeinde. „Aber sie sollen auch ihre eigenen Sprache nicht verlieren“. Einig waren sich alle darüber, dass lange Jahre zu wenig getan wurde für die Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gezogen sind.

„Wir haben von beiden Seiten zu spät gehandelt“, sagte Helmut Poggemöller.
Zum Beispiel hätten Sprachtests schon viel früher eingeführt werden müssen, denn das hätte vielen Kindern helfen können, zum Beispiel bei der späteren Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Ein weiteres gelungenes Beispiel erklärte Yilmaz Gö+kciltik vom Vorstand der Gemeinde den Gästen: „Die Abiturienten in unserer Gemeinde geben den anderen Kindern Nachhilfeunterricht zum Beispiel in Deutsch, Mathematik, Englisch oder auch anderen Fächern.“
Die Idee zu dem Projekt stammt aus Detmold, die Stadt Espelkamp unterstützt die Durchführung in der örtlichen Gemeinde.

Trotz der vielen Diskussionen darf man die guten Seiten einer vielfältigen Gesellschaft nicht aus den Augen verlieren; Ralf Niermann wies diesbezüglich auf eine aktuelle Studie hin, die zeige, dass Deutschland überwiegend von der Zuwanderung profitiert. Auch seien unterschiedliche Religionen eine Bereicherung.

„Wir wollen, dass alle sich hier wohlfühlen“, sagte Niermann. Am Ende des Treffens lud der Landrat die Mitglieder der Gemeinde zum Gegenbesuch ins Kreishaus in Minden ein.

 
 

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