Es ist noch alles offen

Veröffentlicht am 04.02.2015 in Schule und Bildung

Es ist noch alles offen

Gut besuchte erste Anhörung zur Grundschul-Strukturplanung von Detlef Garbe

Espelkamp. Reinhard Bösch, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Espelkamper Stadtrat, stöhnte nach dem Ende der ersten Anhörung zur vorliegenden Grundschul-Strukturplanung von Detlef Garbe Montagabend in der Waldschule: "Da haben wir noch viel zu diskutieren. Das wird für uns Kommunalpolitiker eine sehr schwere Entscheidung." In der Tat: Demografischer Wandel, der zu deutlich zurückgehenden Schülerzahlen führt, und eine Überkapazität von Unterrichtsraum im Espelkamper Stadtgebiet führen dazu, dass Politiker darüber bestimmen müssen, ob und wenn ja, welche Schulen geschlossen werden. Und damit bestimmen sie über Wohl und Wehe ganzer Schüler-Generationen. 

Entsprechend emotional und engagiert fiel auch die Diskussion aus, die Detlef Garbe als Planer sowie Andreas Bredenkötter, Manfred Langhorst als Fachbereichsleier und Oliver Vogt als Schulausschuss-Vorsitzender erlebten. Doch alle Beteiligten blieben in der Sache fair und hielten sich mit persönlichen Anwürfen oder Schuldzuweisungen zurück. Garbe begründete noch einmal seine Empfehlungen, die er bereits vor einigen Wochen im Schulausschuss gegeben hatte. So sieht er für die Kernstadt ab 2018 nur noch zwei Grundschulen als überlebensfähig an. Er legte zwei Varianten auf den Tisch, bei der grundsätzlich die Mittwaldschule dabei ist und als zweite Schule entweder die Schule im Erlengrund oder die Waldschule. Die Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule war in beiden Varianten nicht mehr aufgeführt. In der Südschiene hat bei ihm der Standort Frotheim Priorität. 

Sven Hagemeier, Leiter der Schule im Erlengrund, warf Garbe vor, dass er das Baukonzept an "seiner" Schule nicht richtig dargestellt habe. "Vor allem unsere ganzen Nebenräume und das, was bei uns in jahrelanger Erfahrung mit dem Ganztag gewachsen ist, sind nicht aufgeführt." In einem detaillierten Schreiben an die Schulverwaltung, den Bürgermeister und die Politiker hatten Kollegium und pädagogische Mitarbeiter (die NW berichtete exklusiv in ihrer Samstagausgabe) auf diesen "Fehler" im Garbe-Papier hingewiesen. Garbe führte in diesem Zusammenhang vor allem die im Schnitt zehn Quadratmeter kleineren Klassenräume in der Schule im Erlengrund an. Er habe schon fast 2.000 Schulen untersucht und analysiert, aber noch nie habe er in einem Ort erlebt, dass alle Schulen in einem "baulich so hervorragenden Zustand sind wie in Espelkamp", stellte er ganz bewusst heraus.

Er appellierte an alle Anwesenden, in die Zukunft zu blicken und einmal zu überlegen, was ab 2020 in den Grundschulen passiert. "Dann reden wir hier über Ganztags-Grundschulen und nicht über den offenen Ganztag. Deshab brauchen wir für zukunftsfähige Schulen auch eine gewisse Bevorratung an Räumen." Über pädagogische Konzepte habe er sich bewusst nicht geäußert. "Da leistet jede Schule bestimmt Hervorragendes, daran habe ich keinen Zweifel."

Vor allem Vertreter der Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule wiesen immer wieder darauf hin, dass erst vor jüngster Zeit die Schule für mehr als eine Million Euro auf den energetisch neuesten Stand gebracht worden sei. "Diese Schule zu schließen ist doch eine Verschwendung von Steuergeldern ohne Ende", so einige Besucher. Viele befürchteten, dass es an den großen Schulstandorten "eine Massenabfertigung" ihrer Kinder gebe, weil diese dann nicht mehr individuell auf die Bedürfnisse ihrer Sprösslinge eingehen könnten. Garbe: "Das sind doch keine großen Schulen. Wir reden hier höchstens von einer Dreizügigkeit." 

Alles sei doch wieder "beschlossene Sache", gegen die Schließung könne man doch sowieso nichts mehr unternehmen, behaupteten einige Anwesende. "Dann wissen Sie mehr als sich", so Oliver Vogt (CDU). In seiner Fraktion jedenfalls gebe es noch kein geschlossenes Meinungsbild. Es seien deshalb auch viele Kollegen zur Versammlung erschienen, um sich die Argumentation von Eltern und Lehrern anzuhören. 

Alle Vorschläge würden kritisch gewürdigt und sie würden in einen Diskussionsprozess eingebracht. Dann werde irgendwann einmal entschieden, wohin die Reise gehe und der Knoten werde durchgeschlagen. Einig sind sich wohl alle Politiker, dass die kommende Einschulungs-Laufahn bis zum Ende durchgeschult werden soll und somit am einmal gewählten Standort verbleiben kann. 

 
 

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